Sehenswürdigkeiten in Göteborg

Der Stora Hamnkanalen in Göteborg
Der große Hafenkanal (Stora Hamnkanalen) spielte für Göteborg rund 200 Jahre lang eine bedeutende Rolle, da das Ufer des Göta Älv in dieser Zeit nicht befestigt war. Um einem möglichen Feind den Überfall zu erschweren, diente vor allem der große Hafenkanal die Rolle des Hafens der Stadt. Über diesen Kanal konnten die Schiffe die Marktplätze erreichen und die ganze Stadt versorgen. Dass entlang dieses Kanals auch die wichtigsten Gebäude Göteborgs entstanden, ist daher kein Zufall, wobei vor allem die Residenset, das älteste erhalte Wohngebäude der Stadt, ein wahres Kleinod ist, das man bei einem Besuch der Stadt nicht übersehen sollte.
 
Der Gustav Adolf Torg
Der Gustav Adolf Torg, der ursprünglich Stortorget (Großer Marktplatz) hieß und der erste und bedeutendste Marktplatz Göteborgs war, ist zwar schon seit 1848 kein Marktplatz mehr, ist jedoch weiterhin das Zentrum Göteborgs. Am Rande des Platzes, in dessen Zentrum die Statue des Stadtgründers Gustav II. Adolf steht, findet man, neben dem Rathaus, auch die Börse, das Stadthaus, das Wenngrenska Huset und den von Gunnar Asplund geschaffenen Anbau des Rathauses, der eines der bedeutendsten Gebäude des Funktionalismus in Schweden ist, der Öffentlichkeit jedoch nur an gewissen Tagen offen steht.
 
Das Rathaus in Göteborg
Das Hauptgebäude des Rathauses in Göteborg geht, obwohl es sich dabei bereits um das dritte Rathaus der Stadt handelt, bis zum Jahre 1672 zurück und gehört damit zu den ältesten noch erhaltenen Gebäuden der Stadt, auch wenn man heute optisch nichts mehr aus dieser Zeit findet, denn zum einen wurde später eine Etage hinzugefügt, zum anderen verschwanden die ursprünglichen Ziegel hinter einer zweiten Außenmauer. Das heutige Aussehen entspricht daher jenem des Jahres 1817. Sehr interessant ist jedoch auch der Anbau, den Gunnar Asplund 1936 zeichnete, eines der bedeutendsten Bauwerke des Funktionalismus in Schweden, das in kaum einem Lehrbuch der Architektur fehlt.

Das Stadshuset (Stadthaus) in Göteborg
Das Stadthaus in Göteborg, das 1759 in neoklassischem Stil entstand, und heute das Verwaltungsgebäude Göteborgs ist, war ursprünglich die Feuerwache, das Gefängnis, die Stadtwacht, also die Polizei und später auch ein Lagerlokal. Erst 1954 erhielt das Gebäude dann sein endgültiges Aussehen, auch wenn die Fassade großteils bereits gegen 1820 im heutigen Stil entstand. 1954 erhielt das Stadthaus dann auch seine heutige Aufgabe, wobei das Stadtwappen über dem Eingang erst zwei Jahre später angebracht wurde. Unsichtbar für den Besucher der Stadt bleibt der Teil eines Gutes, das vom Aussehen her bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts zurückreicht, da sich dieser Teil im Innenhof befindet.
 
Die Börse in Göteborg
Die Börse, die heute das Repräsentationsgebäude der Stadtverwaltung Göteborgs ist, wurde 1849 eingeweiht und wurde ursprünglich vom Börsenverein finanziert, der sich aus den wohlhabenden Kaufleuten Göteborgs zusammensetzte. Da die Börse jedoch bereits 1895 bei einem größeren Brand stark beschädigt wurde, geht das heutige Aussehen nur bis 1906 zurück, als das Gebäude nach Renovierungsarbeiten und Umbauten neu eingeweiht wurde. Da der Lehm unter dem Gebäude zwischen 20 und 50 Meter dick ist und beim alten Fundament diese Tatsache nicht berücksichtigt wurde, steht das Gebäude auf unsicherem Grund und musste bereits besser gestützt werden.
 
Lilla Bommen in Göteborg
Lilla Bommen bedeutet soviel wie "kleine Zollschranke", was sich darauf bezieht, dass sich hier ab etwa 1640 ein kleinerer Hafen befand und dieser Hafen durch eine Zollschranke gesichert war. Heute findet man an der Stelle des alten Handelshafens, der ein Stück in den Wallgraben hineinreichte, einen Freizeithafen mit direktem Zugang zur Stadt Göteborg. Statt der ursprünglichen Bastionen findet man bei Lilla Bommen nun Sehenswürdigkeiten wie das Opernhaus, das Hochhaus Lippenstift, den Viermaster Viking und andere Sehenswürdigkeiten mehr. Bei den Gebäuden, die auf der Außenseite des ursprünglichen Wallgrabens liegen, handelt es sich um die Lagerhallen des einst florierenden Hafens.

Feskekôrka, der Fischmarkt in Göteborg
Mit der Entwicklung Göteborgs wurde der Fischmarkt immer wieder an andere Stellen verlegt, bis er 1849 an den Rosenlundkanal verlegt wurde, auch wenn der Verkauf von Fisch bis 1874 weiterhin ausschließlich von den Fischkuttern aus erfolgte. Auch als die Feskekôrka, die Fischkirche, 1874 eingeweiht wurde, änderte sich nur wenig, denn erst als Göteborg 1923 den Verkauf von Süßwasserfisch und Schalentieren im Freien verbot, waren alle Fischhändler dazu gezwungen in das Gebäude umzuziehen, das einer Kirche ähnelt, da der Architekt bei seinen Bauplänen eine Mischung aus dem Stil der norwegischen Stabkirchen und der Gotik suchte, und beide Stile der Nationalromantik, der damaligen Zeitströmung, anpasste.
 
Die Domkirche in Göteborg
Genau genommen heißt die Domkirche in Göteborg Gustavi Domkirche, da sie nach dem Stadtgründer Gustav II. Adolf benannt wurde. Allerdings ist von der ersten Kirche des 17. Jahrhunderts heute nichts mehr erhalten, denn bei der heutigen Domkirche handelt es sich bereits um die dritte Kirche am gleichen Platz. Nach einem Brand im Jahre 1802 entstand ab 1815 der heutige Bau im Klassizismus, was sich bereits an den dorischen Säulen am Eingang sehr deutlich zeigt. Wenn man das Innere der Domkirche betritt, so stutzt man natürlich beim Anblick der Engel auf dem Altar, da diese weitaus mehr barocke Elemente zeigen, was damit zusammenhängt, dass der Altaraufsatz der vorhergehenden Kirche vom Feuer gerettet werden konnte und Platz in der neuen Domkirche fand.
 
Die Deutsche Kirche in Göteborg
Die Deutsche Kirche in Göteborg wurde eigentlich Christinenkirche getauft, nach der Tochter des Stadtgründers, der legendären Königin Christina. Auch diese Kirche, die die deutschen und holländischen Einwanderer der Gründungszeit Göteborgs forderten, ist bereits die dritte am gleichen Platz, wobei die Deutsche Kirche von Beginn an von der Ausschmückung her die Domkirche übertraf. Die heutige Kirche wurde 1783 mit der Vollendung des Turmes fertiggestellt, wobei hierfür die alten, durch das Feuer geschmolzenen Glocken zu diesem Anlass neu gegossen wurden. Täglich kann man hier auch einem Glockenspiel mit 42 Glocken lauschen, das 1961 im Turm der Christinenkirche eingebaut wurde.

Das Opernhaus in Göteborg
Das Göteborger Opernhaus liegt ziemlich genau an der Stelle, an der man früher das Regionalgefängnis fand, das allerdings bereits 1973 abgerissen wurde. Nach zahlreichen Vorschlägen verschiedener Architekten, erhielten die Göteborger Architekten Rune Lund und Alf Valentin den Auftrag für die neue Oper in Göteborg, ein Bau, der ab dem 30. September 1994 drei Tage lang eingeweiht wurde, wobei die schwedische Hofsängerin Birgit Nilsson am dritten Abend die endgültige Einweihung der Gebäudes, das einem Schiff ähnelt, vornahm. Neben Opern werden dort auch Ballettvorführungen und Revuen in Weltklasse geboten.
 
Die Residenz in Göteborg
Die Residenz ist sowohl der Wohnsitz, als auch der Repräsentationsbau des Regierungspräsidenten des Västra Götalands und wurde bereits 1648 von Graf Lennart Torstenson als privater Palast erbaut, ging jedoch bereits neun Jahre später an den Staat über, als König Karl X. das Gebäude kaufte. Seit Mai 1700 ist es nun die Residenz, und gleichzeitig das älteste erhaltene Wohnhaus Göteborgs. Bekannt wurde die Residenz vor allem deswegen, weil hier mehrere Könige bei ihren Aufenthalten in Göteborg ihren Wohnsitz hatten. In der jüngeren Geschichte war der bedeutendste Gast der Residenz allerdings der amerikanische Präsident George W. Bush.
 
Die große Markthalle (Saluhallen) in Göteborg
Die große Markthalle wurde vom bekannten Göteborger Architekten Hans Hedlund erbaut und von der Mechanischen Werkstadt der Werft der Stadt als Eisenkonstruktion hergestellt. Ab dem 1. Februar 1889 wurden hier die verschiedensten Lebensmittel angeboten, was das Ende für die meisten Marktstände auf dem Platz vor der Halle war. Leider wurden 1966 später zugefügte Teile der Markthalle abgerissen, so dass man heute nur noch das ursprüngliche Hautgebäude vorfindet, das gemäß der alten Baupläne restauriert wurde. Als die Saluhallen gebaut wurde, wurde dort vor allem Fleisch, Käse, Butter und Mehl verkauft, was bedeutet, dass sich das Angebot mittlerweile deutlich veränderte.

 

last update: June 19, 2019